Filmprogramm STUDIO 54 - Le Bonheur (Regie: Agnès Varda) - ausgewählt von Aura Rosenberg

Datum:13.02.2013
Uhrzeit:19:00-21:30 h
Kategorie:Studio 54
Anmeldung:Anmeldung nicht erforderlich
Kostenbeitrag:---

Von Oktober 2012 bis Juni 2013 zeigt die JULIA STOSCHEK FOUNDATION e.V. jeden zweiten Mittwoch im Monat das Filmprogramm STUDIO 54.
Die Auswahl der Filme wurde von den in der aktuellen Ausstellung NUMBER SIX: FLAMING CREATURES beteiligten Künstlern getroffen. Das Programm eröffnet daher nicht nur den Blick auf die Lieblingsfilme der Künstler, sondern zeigt auch mögliche Bezugs- und Inspirationsquellen für das Œuvre der Künstler auf.

MITTWOCH, 13. FEBRUAR 2013

LE BONHEUR – ausgewählt von Aura Rosenberg
Frankreich 1964, 85 Min., OmdU

Regie: Agnès Varda
Beginn: 19:30 Uhr


Vorher:

Aura Rosenberg
SCHMETTERLING JAGD, 2002
Video
23:14 Min., Farbe, Ton
Beginn: 19 Uhr


Kinoraum der JULIA STOSCHEK COLLECTION, Schanzenstrasse 54, 40549 Düsseldorf. Eintritt frei! Begrenzte Sitzplätze. Parallel ist die aktuelle Sammmlungspräsentation ab 18 Uhr geöffnet.


„Meine Filmauswahl für das Filmprogramm STUDIO 54 stellt thematisch die Überschneidung der Kindheits- und Erwachsenenwelt in den Mittelpunkt, insbesondere kindliche Fantasie und ungenierte Sexualität, wie sie in den Filmen von Jack Smith - zu sehen in der Ausstellung NUMBER SIX: FLAMING CREATURES - zum Ausdruck kommt. Dabei geht es trotz der Autonomie, die die Charaktere von Smith für sich in Anspruch nehmen, vor allem um die Einschränkungen der kindlichen Freiheit durch Erwachsene.


LE BONHEUR, einer der umstrittensten Filme von Agnès Varda, porträtiert einen rundum glücklichen Familienvater (Jean-Claude Drouot, der hier mit seiner tatsächlichen Ehefrau und seinen Kindern spielt), der sich leichthin entscheidet, sein Glück noch perfekter zu machen, indem er sich eine Geliebte zulegt. Obwohl der Film in einer idyllischen Landschaft und in heiter lebendigen Farben gedreht ist, lauert unter der sonnigen Oberfläche die Kälte. Wie in NORMAL LOVE (1963-1965) von Jack Smith wird auch hier die Naturidylle als Szenerie genutzt. 


SCHMETTERLING JAGD, aus meiner Foto- und Videoreihe BERLINER KINDHEIT, ist von Walter Benjamins gleichnamigen Kindheitserinnerungen inspiriert. Das Video basiert auf der Beschreibung Benjamins, wie er als Kind in der ländlichen Umgebung Berlins nach Schmetterlingen jagte. Sein Text, den er auf der Flucht vor den Nazis schrieb, ist eine Allegorie des Jagens und Gejagtwerdens. Ich habe das Video außerhalb von Berlin mit meiner Tochter und Freunden aufgenommen. Ihre kindliche Freude während der Jagd täuscht über ihre Grausamkeit hinweg.“ Aura Rosenberg

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